Es war wieder einmal so eine Pressemitteilung, wie sie in den vergangenen Jahren viel zu häufig hereinflatterte: ein neues Power-SUV, nein, stopp, gleich zwei neue Power-SUVs. Eins davon als besonders unsinniges "SUV-Coupé". Und beide optional mit mehr als 500 PS. Von BMW. Wow. Von der Marke, die einst "Freude am Fahren" propagierte - und dann statt des lange überfälligen M3 Touring lieber zwei X-Modelle mit Leergewichten von mindestens 1.900 Kilogramm auf den Markt wirft, weil der das angeblich so will. 
Von der Marke, die den kommenden Einser auf die gleiche Plattform stellt wie ihren grandios-grottigen Zweier-Van. Aus "Packaging"-Gründen, die - wie sollte es auch anders sein - in Wahrheit wohl reine Profit-Gründe sind. Was für eine Farce. Genau wie der neue X7 - ein gigantisches SUV, so groß wie der Mercedes-Benz GLS, so schwer wie ein Flugzeugträger. "Freude am Fahren", ja, nee, is klar! Markt hin oder her, langsam reicht's - vor allem mit dem Ausbau der SUV-Palette. Doch um das aufzuhalten, muss man wohl bis zur nächsten Ölkrise warten. Ich freu mich schon.

Na, wie wäre es mit noch einem SUV?

Dann lieber mal etwas Neues!
Angesichts meines letzten Blog-Eintrags wäre die konsequente Lösung, einen Honda Civic Type R zu kaufen. Doch damit gibt es ein bis zwei Schwierigkeiten. Erstens: der Preis. Gebraucht ist er ab 35.000 Euro zu haben und kostet damit so viel wie ein BMW M140i-Jahreswagen. Zu viel, neu wäre er selbst mit gutem Rabatt - den man bei Honda für den CTR nicht bekommt - teurer. Zweitens: die Versicherung. Mit meiner Einstufung läge die Prämie bei rund 1.000 Euro im Jahr - leider zu viel, nicht per se, aber wegen Grund Nummer drei: dem Z4. Hätte ich einen Civic Type R, würde ich den Z4 wohl äußerst selten fahren. Viertens: die Leistung. 320 PS sind für einen Daily-Driver, naja, sagen wir einfach, wie es ist: zu viel!
Was bleibt in meiner Auswahl übrig? Prinzipiell nicht so richtig viel. Der Hyundai i30 N stand noch auf der Liste. Wird es aber nicht. Grund: zu groß, zu schwer, zu durstig, redundant (leistungsmäßig) zum Z4. Nicht falsch verstehen: Der i30 N ist ein großartiges Auto, das ich eigentlich nicht mögen wollte - und es dann trotzdem tat. Weil er so gut fährt.
200 PS sind eigentlich schon zu viel!
Der Suzuki Swift Sport stand eine ganze Weile hoch im Kurs. Klein, flink, praktisch genug. Serienmäßig mit LED-Scheinwerfern, Navigation, Apple CarPlay, Sitzheizung. Und: trotzdem nur 975 kg leicht! Fast jeder Lotus ist mittlerweile schwerer. Geniales Auto, doch letztlich vielleicht mit 140 PS ein bisschen zu schwach für Nürburgring-Ausflüge, vielleicht ein bisschen zu teuer in der Versicherung.
Mini Cooper S? Zu unsportlich, zu viel chi-chi, zu groß. VW Polo GTI? Gibt's nur mit mittelprächtigem DSG, muss nicht sein. Sicher ein gutes Auto, doch für mich zu normal, zu charakterlos. Charakter, das hätte ein Peugeot 208 GTi en masse, Leistung hätte er auch genug, aber irgendwie hat er mich beim Fahren nicht so richtig vom Hocker gehauen. Der 1.6 klingt nicht so feurig, ermattet bei höherer Drehzahl, das Interieur hat die besten Tage schon hinter sich, die Instrumente sind teilweise schwer ablesbar. 
Die Vorgänger-Generation des aktuellen Ford Fiesta hatte schon mächtig Potenzial, den alten 325ti abzulösen. Gaudi ohne Ende, doch ein Graus im Innenraum. Und: Ihn gab es nur ohne Xenon-, respektive LED-Scheinwerfer. Die Lösung: der aktuelle Ford Fiesta ST! Gut, auch er wurde ein bisschen größer, ein bisschen schwerer, aber auch deutlich moderner - innen wie außen!

Foto: Ford

Die Mischung macht's
Statt eines 1,6-Liter-Turbo-Vierzylinders hat Ford Performance beim neuen Fiesta einen Dreizylinder mit 1,5 Liter Hubraum verbaut, der nun dauerhaft 200 PS leistet. Das hatte der alte ST nur im Overboost oder als Sondermodell ST200 (geil!). Damit überholt der ST den 325ti bei der Leistung um acht PS, beim Drehmoment jedoch um 45 Nm; deren 290 stellt der kleine 1,5-Liter parat, 245 Nm packt der 2,5-Liter-Sechszylinder-Saugmotor im BMW. Fortschritt? Wir werden sehen! Die Eckdaten lesen sich schon mal ganz gut: 6,5 Sekunden auf 100 km/h, 232 km/h Spitze.
Auch interessant: Während sich BMW bislang immer zierte, ein Sperrdifferenzial für seine "sportlichen" Kompakten wie den M140i oder den Mini JCW als Ausstattung anzubieten, hat sich Ford entschieden, ein Performance-Paket zu entwickeln. Mit jener Differenzialsperre, die vor allem bei einem frontgetriebenen Fahrzeug die Traktion und damit das Kurvenverhalten deutlich verbessert.

Foto: Ford

Moderne Technik? Ja, bitte!
Auch ein Grund, den E46 loszuwerden, ist seine betagte Technik. Da wäre einerseits der Motor, der zwar fantastisch klingt und auf der Autobahn ähnlich gut marschieren dürfte wie der stärkere Fiesta ST, aber im täglichen Pendelverkehr innerhalb Münchens gerne mal einen über den Durst trinken. Im Winter sind es im Schnitt gut und gerne mal zwölf Liter im Schnitt, bei besonders kaltem Temperatur noch mal zwei Maß mehr. Sechs Brennräume wollen eben gefüllt werden. 
Den Fiesta werde ich ganzjährig fahren, nicht nur im Winter wie aktuell den 325ti. Das liegt auch daran, dass er - zumindest auf dem Papier - die Qualitäten hat, die einen guten Daily auszeichnen. Zum Beispiel ein Infotainmentsystem. Ja, ich muss gestehen, dass mir das (mittlerweile) nicht mehr ganz unwichtig ist. Iphone koppeln, schnell was ins Navi eingeben, Digitalradio, und so weiter. Wäre früher kein Kriterium gewesen, ist dafür heute eins. Und das Ford-System hat bei der Probefahrt nicht den schlechtesten Eindruck hinterlassen.

Foto: Ford

Für Rabatz sorgt eine Bang & Olufsen-Anlage - in einem Fiesta! Annehmlichkeiten wie Sitz- und Lenkradheizung kriegt der Kleine auch. Und einen Totwinkelwarner, obwohl der mit 425 Euro fast schon ein bisschen arg teuer ist. Pflicht waren - wie schon erwähnt - das Performance-Paket mit Sperre und Lauch-Control (jaja) und LED-Scheinwerfer, einfach weil man damit besser sieht - und: Weil sie fantastisch aussehen. Ich bin gespannt! Im Juni darf ich ihn wahrscheinlich in Empfang nehmen. Noch ganz schön lange warten.
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